RE.LIGHT 2026
Das Lichtkunstfestival in Regensburg
redaktioneller Artikel von Nora Dreyling, Peter Wichmann und Klaus Leitzbach veröffentlich am 21. März 2026

© Nora Dreyling / avapictures
Derzeit findet in Regensburg zum zweiten Mal das Internationale Lichtkunstfestival RE.LIGHT statt.
Bei der RE.LIGHT 2026 werden wieder verschiedene Lichtkunstwerke von internationalen Künstlerinnen und Künstlern gezeigt.
Bereits in den vergangenen Tagen - besser gesagt Abendstunden - sind viele Besucherinnen und Besucher aus nah und fern durch die Straßen der Regensburger Altstadt flaniert und haben die zahlreichen Lichtkunstwerke neugierig bestaunt.
Es gibt ganz unterschiedliche Installationen: Vor dem Andreasstadel zum Beispiel sind Lichtstrahlen zu sehen, die eine Frau zeigen, deren Spiegel, dass eigene Spiegelbild einfach nicht zeigen will. Oder Ampeln erschaffen eine farbige Choreografie und Bäume verwandeln sich in Formen und Flächen.
Noch bis 22. März sind die 15 Kunstwerke, täglich von 18.30 bis 22.30 Uhr zu sehen.
Nur zwei der insgesamt 15 Projektionen, Mappings und Lichtinstallationen sind kostenpflichtig, nämlich im Velodrom und in der Minoritenkirche.
Bildimpressionen

Bildquelle: RE.LIGHT 2026
Statement der Kuratorin
Licht, ob natürliches oder künstliches, inspiriert Menschen seit jeher und stellt für Künstlerinnen und Künstler ein faszinierendes Material dar. In den letzten Jahrzehnten hat sich Licht zu einem bedeutenden künstlerischen Medium entwickelt, das öffentliche Räume in multisensorische Landschaften verwandelt, in denen Architektur, Innovation, Umwelt und Gemeinschaft aufeinandertreffen.
Die zweite Ausgabe des Internationalen Lichtkunstfestivals RE.LIGHT initiiert einen neuen Dialog mit der UNESCO Welterbestadt Regensburg und nutzt die urbane Umgebung als Leinwand für ortsspezifische Interventionen und als Plattform für die Ausstellung von Werken regionaler, nationaler und internationaler Künstlerinnen und Künstler. Regensburg ist eine Stadt mit einer reichen Geschichte und einem zukunftsorientierten Spirit. Wir laden die Besucherinnen und Besucher ein, das kulturelle Erbe der Stadt neu zu entdecken und bei jedem Festival ihren zeitgenössischen Charakter zu erleben.
Wir freuen uns, Ihnen mehrere neue Veranstaltungsorte beim diesjährigen Festival vorstellen zu dürfen, darunter das Velodrom, die legendäre Radrennbahn, die zu einem Theater umgebaut wurde, das historische Obermünsterviertel, das derzeit zu einer grünen Oase in der Stadt umgestaltet wird, und die kürzlich restaurierte Spitalkirche St. Katharina in Stadtamhof.
Wie schon bei der ersten Ausgabe präsentiert auch die zweite Edition des Festivals Künstlerinnen und Künstler mit unterschiedlichem Hintergrund, die mit dem Medium Licht arbeiten und aufgrund ihrer künstlerischen Qualität, ihrer Fähigkeit, mit den ausgewählten Orten in Dialog zu treten, sowie ihrer Positionierung im Gesamtkonzept des Festivals ausgewählt wurden.
REFLECT, REFRAME, RECONNECT – die zweite Ausgabe von RE.LIGHT will in seinem vielschichten Ansatz zum Nachdenken über gemeinsame Werte anregen, unsere Wahrnehmung vertrauter Orte und Objekte in ein neues Licht rücken, die Grenzen unserer Sinne neu setzen und die Wieder-Verbindung mit unserer Umgebung, uns selbst und anderen fördern – und damit eine kollektive Erfahrung ermöglichen.
Die ausgewählten Kunstwerke zeigen die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Mediums Licht und laden uns ein, immersive Umgebungen zu erleben, die sowohl inspirierend als auch herausfordernd sind. Sie vermitteln Botschaften über die Herausforderungen der heutigen Welt, etwa zu sozialer Sichtbarkeit und Geschlechterrollen. Sie heben die Widerstandskraft der Natur hervor, interagieren mit den Orten, an denen sie präsentiert sind und beschreiben diese neu. Sie machen die vielschichtige Geschichte der Stadt sichtbar und ermutigen dazu, sich wieder mit natürlichen Lebensräumen sowie einem Gefühl der Fluidität zu verbinden, was im schnelllebigen urbanen Alltag oft verloren geht. Die Kunstwerke geben uns einen Einblick in das kreative Universum der Künstlerinnen und Künstler und laden dazu ein, in ihre Wunderwelten einzutauchen – damit wir innehalten, erleben und reflektieren können.
Nika Perne
Künstlerische Leiterin

© Peter Wichmann / avapictures
Nachhaltigkeit
Angesichts der Klimakrise stellt sich die Frage, wie nachhaltig ist die Regensburger Veranstaltung?
Die Initiatoren sprechen selbst von einer Verpflichtung zur Nachhaltigkeit und führen an, dass sie als Mitglied der International Light Festivals Organisation (ILO) sich dazu verpflichtet haben, zur Bekämpfung der Klimakrise beizutragen. Gemäß eigener Darstellung haben sie eine Reihe von nachhaltigen Methoden und Materialien bei der Umsetzung ihres Großprojekts eingesetzt.
Dies sei bereits bei der Auswahl und Ausschreibung der Kunstwerke zum Tragen gekommen, so sei dabei die Verwendung umweltfreundlicher Lichtquellen ein Faktor. Jede der Installationen sei im Vorfeld auf ihren Stromverbrauch geprüft und optimiert worden, so kämen auf dem Festival, modernste Technik bei Projektionen sowie Videomappings und stromsparender LEDs zum Einsatz.
Auch erneuerbare Energien und CO2-neutral produzierter Strom komen während der Festtage zum Einsatz.
Auch die Öffnungszeiten und Leuchtdauer der Lichtkunstwerke seien zuvor bewusst gewählt worden.
Während die Besucherinnen und Besucher auf dem Lichtfestival in der Altstadt unterwegs sind, würde diese zuhause keine elektrischen Geräte benutzen.
Auch würde das Abschalten nicht sicherheitsrelevanter öffentlicher Beleuchtung rund um die Lichtinstallationen Strom einsparen. Schon beim ersten Festival 2024 habe man deshalb keine Erhöhung der Energie-Verbrauchswerte feststellen können.
Desweiteren seien bei der Produktion von Werbemitteln und Druckwerken Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtig worden, so, verwende man zum Beispiekl Materialien aus 2024 für die neue Festivalausgabe wieder.
Bei all dem spiele aber auch die soziale Nachhaltigkeit eine wichitge Rolle. Durch das kulturtouristische Festival RE.LIGHT profitiere neben der Wirtschaft auch die Stadtgesellschaft, denn der städtische Raum werde zum Begegnungsort für alle Bevölkerungsgruppen.
Für soziale Nachhaltigkeit sorge zudem der überwiegend niederschwellige kostenlose Zugang zu Kunst und Kultur im öffentlichen Raum, so die Veranstalter. (kl)
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